Stress – Beeinflusst er unsere Gesundheit?
VERÖFFENTLICHT AM 22. Februar 2018 VON
Die Stressoren, die heute vorherrschen, sind so vielfältig und individuell wie wir selbst. Jeder von uns empfindet die auftretenden Stress-Faktoren als mehr oder weniger störend und auch die Bewältigung der Stressoren verläuft ganz unterschiedlich.
Welche Stressoren begegnen uns im Alltag?
Stress entsteht in einem Prozess. Ganz am Anfang sind wir einem Stressor ausgesetzt, der anschließend von uns bewertet wird. Stellt er einen beeinflussenden Faktor dar? Inwieweit belastet uns dieser Stressor? Was können wir tun? Schlussendlich setzt unsere Stressreaktion ein.
Ganz allgemein sind Stressoren Faktoren unserer Umwelt, die zu der Auslösung einer Stressreaktion führen.
Dazu gehören z.B. Konflikte in der Familie oder Zeitdruck im Job. Auch Lärm oder Hitze können in bestimmten Situationen eine Stressreaktion auslösen. Zu den Stressverstärkern gehören dann z.B. unsere eigenen Anforderungen, unser Gewissen oder auch unsere Ungeduld.
Damit wir diesen Situationen trotzen können, ist es wichtig, unsere Stresskompetenz auszubauen. Positive Gedanken, Unterstützung aus unserem Umfeld und das Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten sind nur ein paar Beispiele, die unsere Stresskompetenz begünstigen können.
Resultiert jede Anforderung direkt ein Stressor?
Nein, nicht jede Anforderung wird von uns direkt als Stressor empfunden. Sind wir uns sicher, dass wir die Aufgabe bewältigen können, empfinden wir einen Faktor als weniger belastend. Macht sich jedoch eine Unsicherheit über die Bewältigung der Anforderung breit, nehmen wir die Störfaktoren vermehrt wahr und fühlen uns gestresst.
Ausschlaggebend ist also, wie wir selber die Situationen, in denen wir uns befinden, erleben, einschätzen und interpretieren.
Beispielsweise kann auch das Last-Minute-packen für einen Urlaub eine Herausforderung sein. Dabei kann es schon recht hektisch werden, aber wir verbinden die Situation schlussendlich mit etwas Positivem. Schon empfinden wir die Situation nicht als mehr als stressig sondern freuen uns weiter auf den geplanten Urlaub.
Welchen Einfluss hat Stress auf unsere Gesundheit?
Den Einfluss von Stress auf unsere Gesundheit können wir an uns selbst beobachten. Tritt eine Stresssituation auf, fängt häufig unser Herz an zu klopfen, wir atmen schneller und fangen an zu schwitzen. Die Muskeln spannen sich an und ein flaues Gefühl kann sich in der Magengegend breit machen. Dazu noch innere Nervosität und Unruhe und unser Körper hat das komplette Paket der Stressreaktion aufgefahren.
Natürlich sind unsere Stressreaktionen individuell und jeder von uns hat eigene Stressreaktionsmuster. Trotzdem beeinflussen einige Aspekte des Stresses unsere Gesundheit in gleichen Maßen.
Welche Auswirkungen hat Stress auf den Körper?
Die Energie, die durch Stressreaktionen freigesetzt wird, um unseren Körper in gefährlichen Situationen zu aktivieren, wird in der heutigen Zeit nicht mehr verbraucht. Früher wurde die Energie zum Kämpfen oder Fliehen genutzt, heute bleiben wir auf unseren Stühlen sitzen und versuchen dem Zeitdruck gerecht zu werden. Dadurch verbleiben die bereitgestellten Zucker- und Fettreserven in unserem Blutkreislauf und können zu Gefäßverkalkung führen.
Zusätzlich haben die dauerhaft hohen Anforderungen ohne Entspannungsphasen chronischen Stress zur Folge. Unser Körper steht unter dauerhafter Anspannung und wir haben vermehrt Kortisol (ein Stresshormon) im Blut. Dadurch kann z.B. das Hormon Insulin (Transport von Zucker zu den Körperzellen) nicht wie gewohnt verarbeitet werden. Seine Wirkung wird verringert und es entsteht ein tatsächlicher Insulinmangel, wodurch der Blutzucker sowie das Diabetesrisiko ansteigen.
Auch das Immunsystem wird durch eine länger anhaltende Stressreaktion geschwächt. Wir sind also anfälliger für Infektionskrankheiten. Dazu kommt dann noch das gesundheitliche Risikoverhalten jedes Einzelnen, denn gerade in stressigen Situationen neigen wir dazu, in ungesunde Verhaltensmuster zu fallen.
Neben der körperlichen Gesundheit kann sich Stress allerdings auch auf die psychische Gesundheit auswirken.
Gibt es stressbedingte Krankheiten?
Herzinfarkt und Schlaganfall können Spätfolgen von chronischem Stress sein.
Durch die Anspannung der Muskulatur kommt es häufig zu Verspannungen, gerade im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich. Auch Verdauungsprobleme treten vermehrt auf. Die sexuelle Lust wird vermindert.
Welche Konsequenzen haben wir für die Stressreduktion im Alltag?
Welche Konsequenzen ziehen wir also aus dem ganzen Stress?
Nehmen wir uns auch in stressigen Situationen mal eine ruhige Minute für uns. Schließen wir die Augen und atmen tief durch oder gehen eine Runde an die frische Luft. Auch Gespräche mit Freunden können die durch Stress empfundene Belastung reduzieren. Finden wir eine für uns angemessene Entspannungsmethode, schaffen einen Ausgleich und reduzieren merklich den Stresspegel in unserem Körper. Vor allem sollten wir uns mehr bewegen, um die überschüssige Energie zu verbrauchen.
Mit dem richtigen Stressmanagement können wir uns nicht nur gegen zahlreiche stressbedingte Krankheiten schützen sondern finden auch mehr Ausgeglichenheit im Alltag.
Beispiel-Challenges unserer Teilnehmer
- Drei mal die Woche mache ich Sport zum Ausgleich.
- In stressigen Situationen wende ich eine von mir gewählte Entspannungsmethode an.
- Fünf mal die Woche nehme ich mir 10 Minuten Zeit für Meditation.
Weitere Infos
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Quellen
Kaluza, G. (2015): Gelassen und sicher im Stress. Das Stresskompetenz-Buch: Stress erkennen, verstehen, bewältigen. 6. Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.
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