Stress – Welchen Einfluss hat er auf die Gesundheit?

Die Stressoren, die heute vorherrschen, sind so vielfältig und individuell wie wir selbst. Jeder von uns empfindet die auftretenden Stress-Faktoren als mehr oder weniger störend und auch die Bewältigung der Stressoren verläuft ganz unterschiedlich.

Welche Stressoren begegnen uns im Alltag?

Ganz allgemein sind Stressoren Faktoren unserer Umwelt, die zu der Auslösung einer Stressreaktion führen.
Dazu gehören z.B. Konflikte in der Familie oder Zeitdruck im Job. Auch Lärm oder Hitze können in bestimmten Situationen eine Stressreaktion auslösen.
Allerdings stellt nicht jede Anforderung ein Stressor dar. Sind wir uns sicher, diese Aufgabe bewältigen zu können, empfinden wir einen Faktor als weniger belastend. Macht sich jedoch eine Unsicherheit über die Bewältigung der Anforderung breit, nehmen wir die Störfaktoren vermehrt wahr und fühlen uns gestresst.
Ausschlaggebend ist also, wie wir selber die Situationen, in denen wir uns befinden, erleben, einschätzen und interpretieren.

Stress und sein Einfluss auf unsere Gesundheit

Wir können es an uns selbst beobachten, denn wenn wir in eine Stresssituation kommen, fängt häufig unser Herz an zu klopfen, wir atmen schneller und fangen an zu schwitzen. Die Muskeln spannen sich an und ein flaues Gefühl kann sich in der Magengegend breit machen. Dazu noch innere Nervosität und Unruhe und unser Körper hat das komplette Paket der Stressreaktion aufgefahren.
Natürlich sind unsere Stressreaktionen individuell und jeder von uns hat eigene Stressreaktionsmuster. Trotzdem beeinflussen einige Aspekte des Stresses unsere Gesundheit in gleichen Maßen.

Auswirkungen auf den Körper

Die Energie, die durch Stressreaktionen freigesetzt wird, um unseren Körper in gefährlichen Situationen zu aktivieren, wird heute nicht mehr verbraucht. Früher wurde die Energie zum Jagen genutzt, heute bleiben wir auf unseren Stühlen sitzen und versuchen dem Zeitdruck gerecht zu werden. Dadurch verbleiben die bereitgestellten Zucker- und Fettreserven in unserem Blutkreislauf und können zu Ablagerungen in den Gefäße führen.
Zusätzlich haben die dauerhaft hohen Anforderungen ohne Entspannungsphasen chronischen Stress zur Folge. Unser Körper steht unter dauerhafter Anspannung, wir haben vermehrt Kortisol (ein Stresshormon) im Blut. Dadurch kann z.B. das Hormon Insulin (Transport von Zucker zu den Körperzellen) nicht wie gewohnt verarbeitet werden. Seine Wirkung wird verringert und es entsteht ein tatsächlicher Insulinmangel, wodurch der Blutzucker sowie das Diabetesrisiko ansteigen.
Auch das Immunsystem wird durch eine länger anhaltende Stressreaktion geschwächt. Wir sind also anfälliger für Infektionskrankheiten. Dazu kommt dann noch das gesundheitliche Risikoverhalten jedes Einzelnen, denn häufig greifen wir in Stressreaktionen zu ungesunden Verhaltensweisen. Wir essen unregelmäßiger, vor allem auch ungesünder und bewegen uns weniger.
Neben der körperlichen Gesundheit kann sich Stress allerdings auch auf die psychische Gesundheit auswirken.

Stressbedingte Krankheiten

Durch die entstehenden Ablagerungen steigt das Risiko für Verkalkungen an den Gefäßinnenwänden, die sogenannte Arteriosklerose. Möglich Folgen wie Herzinfarkt und Schlaganfall können somit Spätfolgen von chronischem Stress sein.
Durch die Anspannung der Muskulatur kommt es häufig zu Verspannungen, gerade im Kopf-, Nacken- und Rückenbereich. Auch Verdauungsprobleme treten vermehrt auf. Die sexuelle Lust wird vermindert und auch Schädigungen am Ohr (z.B. Tinnitus) können auftreten.

Konsequenzen für die Stressreduktion im Alltag

Welche Konsequenzen ziehen wir als daraus?
Nehmen wir uns auch in stressigen Situationen mal eine ruhige Minute für uns. Schließen wir die Augen und atmen tief durch oder gehen eine Runde an die frische Luft. Finden wir eine für uns angemessene Entspannungsmethode, schaffen einen Ausgleich und reduzieren merklich den Stresspegel in unserem Körper. Vor allem sollten wir uns mehr bewegen, um die überschüssige Energie zu verbrauchen.
Mit dem richtigen Stressmanagement können wir uns nicht nur gegen zahlreiche Krankheiten schützen sondern finden auch mehr Ausgeglichenheit im Alltag.

BEISPIEL-CHALLENGES unserer Teilnehmer
  • Drei mal die Woche mache ich Sport.
  • In stressigen Situationen wende ich eine von mir gewählte Entspannungsmethode an.
  • Fünf mal die Woche nehme ich mir 10 Minuten Zeit für Meditation.

 

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Mehr zu dem Thema Achtsamkeit und Stressmanagement.

 

Quellen

Kaluza, G. (2015): Gelassen und sicher im Stress. Das Stresskompetenz-Buch: Stress erkennen, verstehen, bewältigen. 6. Auflage. Berlin/Heidelberg: Springer Verlag.