Ungesunde Ernährung – ein Problem der Gesellschaft?

Gesunde oder ungesunde Ernährung? Eine vollwertige und gesunde Ernährung liefert ausreichend, aber nicht zu viel Energie sowie alle Nährstoffe in der richtigen Menge. Doch ernähren wir uns heute so, dass man unsere Ernährung als “vollwertig” und “gesund” beschreiben kann oder ist es doch eher eine “ungesunde” Ernährung?

Die “gesunde” Ernährung

Die gesunde Ernährung orientiert sich an den Referenzierten, wie viel Energie wir täglich aus welchen der drei Bausteinen unserer Nahrung aufnehmen sollten. Die drei Bausteine sind bestehen aus Kohlenhydraten, Fetten und Proteinen. Dabei sollten die Anteile unserer Ernährung bei mindestens 50% Kohlenhydrate, nicht mehr als 30% Fett und etwa 20% Proteinen liegen. Vor allem sollte die Ernährung aus vielen pflanzlichen, unverarbeiteten Lebensmitteln bestehen und viele Ballaststoffe aus Getreide enthalten. Außerdem sollten sekundäre Pflanzenstoffe aufgenommen und die Fettzufuhr reduziert werden.

Doch wie sieht es eigentlich aus bei uns?

Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) erreichen wir Deutschen zwar fast die empfohlene Menge an Kohlenhydraten, jedoch beziehen wir diese nicht aus Vollkorkprodukten sondern vorwiegend aus Süßwaren und gesüßten Getränken. An den vorgegebenen Richtwert von 30% Fett kommen wir nicht nur ran, wir übertreffen ihn sogar. Und leider besteht das Fett, was wir aufnehmen auch zunehmend aus gesättigten Fettsäuren. Werden die Deutschen direkt angesprochen, was sie unter einer gesunden Ernährung verstehen, so können sie all die Punkte, die eine gesunde Ernährung ausmachen absolut richtig nennen. Aber wieso setzen wir das, was wir wissen nicht in die Tat um?

Wodurch entsteht unsere ungesunde Ernährung?

Durch die stetige Zunahme an Zeitdruck und Stress gerät die Bedeutung der Aufnahme von gesunden Lebensmitteln immer weiter in den Hintergrund. Wir haben keine Zeit um unser Essen vorzubereiten oder frisch zu kochen. In der Mittagspause gehen wir lieber essen, bestellen unsere Mahlzeit direkt zum Schreibtisch oder greifen zu Fertigprodukten. Wir essen aus Langeweile vor dem Fernseher oder greifen neben der Arbeit zu ein paar Gummibärchen. Wir versuchen unsere Stimmung mit einer Tafel Schokolade zu heben oder vielleicht doch lieber dem Becher Eis? Doch das Problem mit dieser Form der Ernährung ist, dass den verarbeiteten Lebensmitteln reichlich Fett und Zucker zugesetzt wird. Die Zusatzstoffe sind dabei eher schädlich als förderlich für unsere Gesundheit und erhöhen das Risiko für ernährungsbedingte Erkrankung.

Worauf sollte ich also achten?

Versuchen Sie, bei dem Konsum von Kohlenhydraten auf die Vollkorkprodukte zu setzen. Ersetzen Sie die süße Limonade auf dem Schreibtisch durch eine Flasche Wasser und die Gummibärchen durch ein Stück Obst. Wechseln Sie Fast Food durch selbst gekochte Mahlzeiten aus. Nehmen Sie sich also die Zeit, Ihr Essen mit frischen und vollwertigen Produkten zu kochen oder bereiten Sie von einer Mahlzeit eine größere Portion vor. Was über bleibt, können Sie sich für den nächsten Tag aufheben oder einpacken und mitnehmen. Achten Sie bei der Fettaufnahme auf die Art des Fettes und konsumieren Sie mehr ungesättigte Fettsäuren, welche in pflanzlichen Ölen wie Olivenöl zu finden sind. All diese kleinen Veränderungen in Kombination mit ausreichend Bewegung schützen Sie vor dem Auftreten von Krankheiten wie Diabetes, Adipositas oder auch Herz-Kreislauferkrankungen.

 

Wafa Badran Amstutz, Ernährungsberaterin der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung (SGE) berichtet über Lebensmittel und Nährstoffe und erklärt, was Fehlernährung bedeutet:

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Beispiel-Challenges unserer Teilnehmer
  • Gemüse: 3 Portionen Gemüse am Tag essen
  • Wasser: 1,7 Liter Wasser am Tag trinken
  • Süßigkeiten: maximal 1 Süßigkeit (<270 kcal) pro Tag essen

 

weitere infos

Schauen Sie sich hier die Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an.
Übergewicht – Abnehmen und Ernährung

 

Quellen

Deutsche Gesellschaft für Ernährung:
10 Regeln der DGE.
Meier T, Senftleben K, Deumelandt P, Christen O, Riedel K, Langer M (2015):
Healthcare Costs Associated with an Adequate Intake of Sugars, Salt and Saturated Fat in Germany: A Health Econometrical Analysis. PLoS ONE 10(9): e0135990. https://doi.org/10.1371/journal.pone.0135990.